Passionierter Salsa-Tänzer über Deep Democracy & Change - Interview mit Caspar Fröhlich

In diesem Interview erklärt Fahrradfahrer, Unternehmensberater, Bergliebhaber und einer unserer Referenten Caspar Fröhlich seine Ansichten über Change, er erläutert wie er Teilnehmer einen ersten 'Einblick' in Deep Democracy geben wird und was er von den Berlin Change Days 2011 erwartet.

One of our facilitators Caspar Fröhlich, salsa dancer, consultant, bicyclist and mountain lover, shares his vision on change, gives us an update on new ideas and articles, explains how he will introduce participants to ‘Deep Democracy’ and why he is looking forward to the Berlin Change Days 2011. 


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er ist Caspar Fröhlich, wie würden Sie sich beschreiben?
Schweizer und Kosmopolit, Unternehmensberater, Coach, Facilitator, Deep Democracy Leadership Trainer, ZOE-Redaktor, zu Hause in verschiedensten Ideenwelten, urbanen Räumen und felsigen Bergkämmen mit kräftigen Wiesen, passionierter Fahrradfahrer und Salsa-Tänzer, interessiert am Zusammenspiel zwischen inneren und äußeren Welten und Prozessen, manchmal neugierig, manchmal ängstlich, manchmal forsch.

Was inspiriert Sie?
Menschen, die ihren eigenen Weg passioniert gehen, berührende Musik  (wie 'One Love', by Neville Brothers); TED Talks, Danny Macaskill, ein gelungener Salsa-Tanz, LA-Lights-Video von Colin Rich, der atemberaubend lebendige Ausblick auf das Alpenpanorama frühmorgens, wenn ich über die Quaibrücke in Zürich zur Arbeit radle, Weisheit und Eldership die ich im Alltag von anderen Menschen erfahre.

Was bedeutet Change für Sie?
Den sowieso ablaufenden inhärenten Prozess eines Systems bewusst gehen und folgen, sei dies auf individueller oder auf kollektiver Ebene. Oder anders gesagt, Change ist - wie das eine Kollegin als Buchtitel beschrieben hat (Julie Diamond) - 'A path made by walking'.

Sie sind Mitglied der Redaktion der Zeitschrift 'OrganisationsEntwicklung'. Was sind für Sie jetzt die aktuellen Themen in diesem Bereich? Haben Sie in jüngster Zeit selber Artikel geschrieben?
Im Moment gibt es eine immer grösser werdende Methoden- und Perspektivenvielfalt, die wichtig ist für die Entwicklung des gesamten Feldes der Organisationsentwicklung und des Change Managements. Mich persönlich interessieren im Moment Ansätze, welche die Anwendung von Tools und methodische Vorgehensweise auf der praktischen Ebene verbinden mit den inneren Prozessen der an einem Change beteiligten Individuen. Hier zum Bespiel die Ideen von Otto Scharmer, der am MIT lehrt, oder eben die Deep Democracy-Ansätze, welche ganz stark beeinflusst sind von Max Schupbach.

Zudem erhält das Thema 'Partizipation in Organisationen' im Zuge der New Social Media-Entwicklung ganz neue Möglichkeiten und Dimensionen. Da gibt es aber auch viel Hype – ich freue mich deshalb auf den Workshop mit Holger Nauheimer zu diesem Thema im Rahmen der Berlin Change Days.

Wer sich interessiert für einen Einblick in das Thema 'Deep Democracy' kann sich gerne bei mir melden – ich habe kürzlich einen Beitrag in der Zeitschrift 'OrganisationsEntwicklung' Ausgabe 3/11 dazu geschrieben.

Was ist für Sie die Kernbotschaft von Deep Democracy?
Deep Democracy wurde ursprünglich von Arnold Mindell und Mitarbeitenden am Institut für Prozessarbeit in Zürich entwickelt. Kernbotschaft ist, dass für die Entwicklung eines Systems alle Meinungen, Perspektiven, Beiträge, Stimmungen, Emotionen, Träume, Wünsche, Beziehungsaspekte und konfliktartige Situationen notwendig sind. Als Deep Democracy-Facilitatoren von Change Prozessen unterstützen wir alle Aspekte des sich entwickelnden Prozesses. Die wichtigen Themen in einer Gruppe tauchen als Polaritäten auf. Sobald diese genügend klar ausgedrückt werden können (manchmal auch politisch inkorrekte Dinge), führt das zu einer temporären Lösung. Konkret heißt das, dass zu einer flüssigen Faciliation dazugehört, Positionen, die wir als primär negativ sehen, auch emotional unterstützen zu können. Das geschieht dann gut, wenn wir die Essenzen dieser 'störenden Position' in einer Innenschau gewürdigt haben.

Wie arbeiten Sie mit Kunden in diesem Bereich?
Ich wende die Prinzipien in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich an (z. Bsp. Coach oder Moderator von Geschäftsleitungsworkshops), wobei die dabei 'angewandte Haltung' immer dieselbe ist. Manchmal gelingt das besser, manchmal weniger. Das ist dann der Ausgangspunkt für einen weiteren Wachstumsprozess. Gerne gebe ich dazu im Rahmen der Werkstatt weitere Erläuterungen.

Eine entsprechende Beschreibung wie diese Philosophie im Rahmen von Change Management Projekten Anwendung finden kann, habe ich im Rahmen eines Arbeit verfasst, die nächstes Jahr veröffentlicht wird; 'Die Anwendung von Deep Democracy im Organisationskontext'. Interessierte können sich gerne bei mir melden (www.froehlich-coaching.ch / www.deepdemocracy.ch).

Sie erwähnen in Ihrer Beschreibung der Werkstatt ein Input-Referat und ‘eine Gruppenübung in der man durch die Phasen eine (prozessorientierten) Gruppenprozesses durchgeht‘. Was können Teilnehmer von Ihrem Workshop erwarten?
Ich werde eine kurze Einführung ins Thema geben und dann werden wir die Thesen im Rahmen einer Gruppendiskussion der Anwesenden an uns selbst erfahren. Im anschliessenden Debriefing können wir auftauchende Fragen klären. Erwarten können die Teilnehmenden einen ersten 'Einblick' in Deep Democracy, keine komplette Klärung aller Aspekte.

Im Kern möchte ich die Teilnehmenden für Ihren eigenen Change Professional-Entwicklungsprozess begeistern und aufzeigen, welchen Beitrag Deep Democracy Leadership-Prinzipien dabei hilfreich sein können.

Warum möchten Sie sich an den Berlin Change Days beteiligen?
Ich habe die Berlin Change Days kennengelernt über Holger Nauheimer, den inspirierenden Initiator dieser Konferenz. Mich spricht das 'Bottom Up-Format', eine sich im Prozess formierende Konferenz an. Zweitens freue ich mich, mein Change-Professional-Netzwerk weiter auszubauen und drittens bin ich passioniert, die Deep Democracy-Prinzipien in der Change Professional-Community breiter bekannt zu machen.

Wenn ich Berlin sage, sagen Sie…..
Viel Geschichte, breite Boulevards, herrschaftliche Gebäude, reichhaltige Kunst, gute Kneipen, kreative Ideen, inspirierte Menschen: wunderbar dieses Bouquet an Kraft und Power.

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